„Verdrossen sind die Ahnungslosen“

So titelt Werner J. Patzelt seinen Artikel in der Zeit (Ausgabe 9/2001). Er formuliert damit einen wichtigen Anspruch für den Sozialkundeunterricht – mit Ahnungslosigkeit, Unwissenheit und Orientierungslosigkeit der Menschen in unserem politischen System aufzuräumen, um der sich ausbreitenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Zentrales Ziel des Sozialkundeunterrichts ist der mündige Bürger, der Ereignisse aus Politik und Gesellschaft nicht nur erfassen und verstehen, sondern darüber hinaus auch noch urteilsfähig und handlungsfähig in das politische Geschehen eingreifen kann. Um dies zu erreichen, werden neben der Vermittlung theoretischer und institutionenkundlicher Grundlagen täglich aktuelle politische und gesellschaftliche Themen im Unterricht aufgegriffen und einer kritischen Diskussion unterzogen. Als Teil der politischen Bildung stellt sich der Sozialkundeunterricht die Aufgabe, wichtige Orientierungen in den unterschiedlichen Politikbereichen Demokratie, Gesellschaft, Wirtschaft, Medien, Recht und internationale Beziehungen zu geben.

Die Studierenden, die vielleicht nach mehr Kontakt zur „wirklichen Welt“ außerhalb der Schulmauern suchen, werden im Sozialkundeunterricht außerschulische Lernorte kennenlernen. Hier stehen uns in der Landeshauptstadt Magdeburg neben vielen wechselnden Ausstellungen und Projektangeboten natürlich der Landtag, die Staatskanzlei oder Medienvertreter wie die „Volksstimme“ und das Landesfunkhaus des MDR zur Auswahl. Außerdem wird die Teilnahme an der mehrtägigen Projektfahrt Pol&iS ermöglicht, in der 13.Klasse findet ein Besuch der Bundeshauptstadt und wichtiger Institutionen statt.